Mannheim – Mekka für Automacher

30. März 2006 – Mannheim (sta) 1.400 Besucher drängten sich gestern anlässlich des VDI-K-Kongresses „Kunststoffe im Automobilbau“ im Mannheimer Rosengarten – etwas mehr als im Vorjahr.
Dr. Ludwig Vollrath (l.), Geschäftsführer VDI-K, und Dr. Rudolf Stauber, Präsident des VDI-K, haben gut Lachen: 1.400 hochkarätige Teilnehmer interessierten sich für das trendige Konferenzprogramm
Foto: K-ZEITUNG
„Kunststoffe sind faszinierende Werkstoffe, sie sind prädestiniert dafür, die Systemführerschaft in Werkstoffmixen zu übernehmen,“ sagt Dr. Ludwig Vollrath, Geschäftsführer der VDI-Gesellschaft Kunststofftechnik. „Für Kunststoffe sprechen nach wie vor die bekannten Vorteile: geringes Gewicht, hohe Designfreiheit und Funktionsintegration – und die Fähigkeit, Fertigungsprozesse zu vereinfachen und damit Kosten zu senken.“ Diese smarte Kombination erzeugt bei OEMs und TIER One mittlerweile einen regelrechten Nachfragesog. Um den weiter steigenden Anforderungen an die erfolgreiche Teileentwicklung gerecht zu werden, rücken Hersteller, Rohstoffproduzenten und Maschinenbauer immer enger zusammen: „Möglichst früh in die Entwicklung einbinden, um Vorteile der Kunststoffe optimal auszunutzen“ heißt die Devise.

Wer in der Automobilbranche in Sachen Kunststoff Rang und Namen hat, den zog es gestern nach Mannheim
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Dies spiegelte auch das hochkarätige Vortragsprogramm wider: Neben „Insassen- und Fußgängersicherheit“ standen hier vor allem die Aspekte „Simulation“ und „Rapid-Prototyping“ für die schnelle Produktentwicklung im Vordergrund. Zu den Highlights gehörte die erfolgreiche Optimierung der Crasheigenschaften eines Thermoplast-Bauteils mit Hilfe von high-end-Simulationsrechnungen. Auch an den Ständen der insgesamt 71 Aussteller waren einige Schätze zu heben – zum Beispiel ein Laser-Verfahren, mit dessen Hilfe sich bislang ungenutzte Bauteiloberflächen als Basis für elektronische Schaltungen nutzen lassen: Nicht so auffällig wie großformatige Hybridbauteile, aber dennoch mit bemerkenswerten Potenzialen. Clevere Detaillösungen, an deren Entwicklung die Rohstoffhersteller immer früher beteiligt werden, scheinen den Weg der Kunststoffe in die automobile Zukunft mehr und mehr zu bestimmen.

Freude bei Margit Harsch (m.), die für ihre Diplomarbeit über „Haptik elastischer Polymere für Oberflächenanwendungen“ ausgezeichnet wurde. An ihrer Seite Dr. Ludwig Vollrath (l.) und der stolze Doktorvater Prof. Dr.-Ing. Volker Altstädt vom Lehrstuhl für Polymere Werkstoffe der Universität Bayreuth
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Besondere Chancen scheinen polymeren Werkstoffen auch in der Generation der sogenannten „Best-Ager“ zuzuwachsen: „Die Kunden von morgen werden vermögender, älter, aber auch individueller“, so Vollrath. Die damit verbundenen Herausforderungen lassen sich mit Kunststoffen am besten angehen.

„Kunststoffe haben im Auto nach wie vor erhebliche Potenziale“, resümiert der VDI-Mann. Man darf also auch auf die nächste Tagung am 21./22. März 2007 gespannt sein.

Parallel zur Kunststofftagung widmeten sich auch die Elastomerverarbeiter in Mannheim auf ihrer Jahrestagung ganz dem Thema Automobilbau. Vor traditionell kleinerer Kulisse diskutierten die Gummispezialisten neben den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aktuelle Entwicklungen der Branche, die den Verarbeitern helfen können, den immer höheren Anforderungen ihrer Kunden gerecht zu werden.

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